Alpha Dog and Megalomaniac

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Alpha Dog and Megalomaniac

Beitrag von Kizen Hirugika am Di Aug 20, 2013 11:49 am

Es war ein seltsames Gefühl, wieder hier zu sein. Besonders im Bewusstsein, dass dieses Büro nun ihr gehörte. Aufgeräumt und blitzblank, wie es jetzt wohl in den nächsten hundert Jahre nie mehr sein würde – unter den Füßen glomm die Bodenheizung angenehm, auch wenn sie weit davon entfernt war, zu frieren. Dazu lief sie schon Jahrzehnte lang viel zu leicht bekleidet herum.
Das Ende vom Lied war, dass sie jedoch nichts so recht mit sich anzufangen wusste. Natürlich gab es eine Reihe Papierkram, die darauf wartete, abgearbeitet zu werden – aber wofür hatte man immerhin eine Vizekommandantin? Die durfte ruhig mehr tun, als nur hübsch in der Gegend herumzustehen, befand Kizen und schritt gen Schreibtisch um sich den Haori von der Hüfte zu knoten und etwas lieblos über den Stuhl zu hängen, in welchen sie sich schwungvoll pflanzte. So rollte sie einmal quer durch den Raum und schließlich wieder zurück, und hatte noch immer keinen wirklichen Plan, was nun zu tun war, da sie nun Kommandantin einer richtigen Kompanie war. Sie könnte ein paar der Neulinge den Stolz und die Würde aus dem Leib prügeln, aber mittlerweile war sie in einem Alter, da sie das nicht mehr ganz so reizte wie damals.
Aber sie konnte den Dienstälteren selbiges antun. Der Gedanke daran hob ihre Laune in ungeahnte Höhen – erst das, um warm zu werden, und dann später sich mit Blondi aus der 13. kloppen. Genau so stellte sie sich den Rest ihres Lebens vor, und die Chancen standen gut, dass das auch tatsächlich der Fall sein würde. Traumhaft. Fast machte es vergessen, dass sie die letzten 10 Jahre auf der Flucht war und die 20 davor im Untergrundgefängnis gebrütet hatte – aber nur fast. Denn eigentlich hatte sie noch immer nicht wenig Lust, in die Zentrale zu staksen und die Scheiße auf diesen scheinheiligen Kackbratzen herauszuprügeln, aber nach reiflicher Überlegung war sie zu dem Ergebnis gekommen, dass die folgenden Jahre in Gefangenschaft dies nicht wert waren. Leider.
Dennoch stand ihr der Sinn danach, einige Rachegelüste auszuleben oder zumindest andere gehörig leiden zu lassen, doch wie stellte man das als Taichou einer Gotei am ehesten an? Kizen verschränkte die Arme, senkte die Augenlider und versank in träge Grübeleien.
Wie üblich war ihr Kopf nicht der schnellste, doch plötzlich durchfuhr sie eine Idee wie der leibhaftige Blitz. Ein Grinsen der diabolischen Klassifizierung B machte es sich auf den Lippen der Blondine bequem, die sich just ein paar Akten aus dem Schrank wühlte und diese mit zunehmender Belustigung studierte. Jeder weitere Buchstabe, den die grasgrünen Augen überflogen, verzückte das schadenfrohe Gemüt der ‚Dame‘ weiter und weiter, bis schließlich ein schier unmenschlicher Funke der Seligkeit im Blick Kizens glühte. Ein vorfreudiges Grunzen später hatte sie ein leeres Blatt Papier gezückt und nach ein paar Zeilen ihrer eigenen Krakelschrift befunden, dass das Ganze einen viiiel offizielleren Rahmen benötigte.
Unwirsch stand sie auf und stakste aus dem Büro, um sich auf dem teak-getäfelten Flur nach einem Opfer umschauen zu können. Ein greller Pfiff ertönte, damit ein unscheinbarer Knirps am Ende des Ganges auf seine neue Kommandantin aufmerksam wurde. „J-ja, Taichou?“, druckste er nach einem klischeehaften Schlucken und tippelte vorsichtig an das blonde Ungetüm heran, als befürchtete er, der Winddämon könnte jeden Moment seine Klauen in ihn schlagen.
»Kannst du schreiben? Schön schreiben?«, hing sie noch etwas ungeduldig an und sah daraufhin mit an, wie der Junge etwas unsicher ein paar undefinierbare Worte aneinander zu reihen versuchte. Als Kizen dabei so etwas wie ein ‚Ja‘ herausfiltern konnte, packte sie den Shinigam am Kragen und schleifte ihn ohne große Mühe ins Büro, wo sie ihn an den Schreibtisch setzte. »…schreib einfach, was ich sage. Halt, am besten du formulierst es noch um, dass es auch schön klugscheißerisch klingt. Du weißt schon, wie auf diesen offiziellen Wischen immer.« - sie war nicht gerade eine Koryphäe, wenn es um die sachgemäße Verwendung der eigenen Sprache ging, aber dafür hatte man ja immerhin Untergebene.
Es dauerte nicht einmal eine Viertelstunde, da hatte das ungleiche Team einen sehr feierlichen Text zusammengeschustert, der so gar nicht nach Kizen klang, und gerade das war auch gut so. »Sehr schön«, quittierte sie das Ganze schließlich, »…und nu‘ hau ab.«, knurrte sie den Bengel an, der sich daraufhin aus dem Staub machte. Wenige Sekunden später tauchte ein vermummter Onmitsukidouka auf, der üblicherweise in die Spionage-Spalte fiel, allerdings auch für wichtige Botschaften zuständig war. Und wenn das nicht wichtig war, ha!
»Higashi Daichi.«, sagte Kizen lakonisch unter ihrem pfählenden Blick und reichte das Schreiben dem Mann. Dieser nickte nur knapp und verschwand so schnell wie er erschienen war. Äußerst zufrieden mit sich packte sie sich wieder in ihren Stuhl, hievte die langen Beine auf den Tisch und harrte frohen Mutes der Ankunft ihres neuen 3. Offiziers, der sich hoffentlich händeringend gegen seine Beförderung wehren würde.
»Versprochen ist versprochen.«, raunte sie wie zu sich selbst und lächelte. Dämonisch.
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Re: Alpha Dog and Megalomaniac

Beitrag von Gast am Di Aug 20, 2013 1:05 pm

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Zuletzt von Higashi Daichi am Sa Aug 24, 2013 1:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Alpha Dog and Megalomaniac

Beitrag von Kizen Hirugika am Sa Aug 24, 2013 12:39 am

Diese Türen waren ihr schon immer ein Graus gewesen, zweifellos. Zumal sie eine Unsumme an Geldern verschluckten, wenn es beispielsweise um deren Reparatur ging – drum hatte sie nie ganz verstanden, wieso man nach dem Hollowkrieg einhundert Jahre zuvor und der hinterlassenen Verwüstung nicht einfach zu normalen Funktionsweisen zurückgekehrt war. Aber irgendwie hatten sich die Mitglieder der zweiten Division wohl zu sehr daran gewöhnt, seit Oumaedas großzügigen Investitionen die modernsten Baracken und Bürogebäude in der ganzen Seireitei ihr Eigen zu nennen. Etwas, das Kizen nie wirklich verstanden hatte, da die Türen oftmals ihrem gediegenen Stechschritt wortwörtlich im Wege standen.
Was allerdings ihr neuer 3. Sitz hier für eine Performance darbot, war selbst ihr noch nicht gelungen! Vermutlich hätte sie sogar applaudiert, nur leider war eine ihrer Hände gerade damit beschäftigt, gleichgültig den Finger in der Nase nach Riechgold bohren zu lassen. Ein sehr schwieriges Unterfangen, wenn man bedachte, dass die Arbeiten Untertage noch die erste Hälfte von Daichis verzweifelten Monolog von sich abwendeten – wobei, Pardon, verzweifelt war erst das, was kam, als er erkannte, wer genau denn sein neuer Taichou ist.
»Erst einmal waren es acht, nicht sieben.«, klärte sie ihn auf und fischte sich einen Popel aus der Nase, der erst einmal skeptisch betrachtet wurde. Als sie sich dann zufrieden mit ihrer Beute erklärte, wurde die wieder hinaus in die Freiheit entlassen, indem Kizen das Gut aus dem Fenster schnippste, »…und dann komm ich geradewegs aus einer von ihnen.«, fuhr die Blonde fort, indem sich ein unschönes Lächeln durch ihre Miene zog. Das große Untergrundgefängnis besaß genau 8 Ebenen, die nach den acht Höllen benannt waren – wie passend also, dass sie zwanzig Jahre davon in einer hatte absitzen dürfen, wenn er sie ohnehin schon als Ausgeburt einer solchen betrachtete.
»Gut, dann setz ich dich auf meinen Vize-Posten, wenn dir das besser passt.«, schulterzuckte sie mit einer Ruhe, die man gar nicht von dem dämonischen Frauenzimmer gewohnt war. Gleich darauf fischte sie noch einmal ein paar Akten hervor; die eine von Daichi, die andere von der jetzigen Fukutaichou, und begann zwei Formulare mit ihrer krakeligen Schrift auszufüllen. »Ist das nicht toll? Ich muss nur hier deinen Namen reinschreiben, dort die Position und das Ganze dann bei der Ersten abliefern … lassen. Und schon gibt es kein Zurück mehr.«, konnte man von ihr beschwingt vernehmen. »Diese komische Armbinde sollte dir dann im Verlauf des Tages vorbei gebracht werden, und ich verlange, dass du sie immer ordnungsgemäß trägst, damit auch jeder sehen kann, welche Position du inne hast und wer der Ansprechpartner für alle wichtigen Fragen ist.«
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Re: Alpha Dog and Megalomaniac

Beitrag von Kishiro Reika am Mo Jan 06, 2014 1:44 pm

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